Kom­mu­ni­ka­ti­on — Wert­schät­zung: Was erwar­tet wer von wem?

Wert­schät­zung: Was erwar­tet wer von wem?

Der Begriff “Wert­schät­zung” ist heu­te in aller Mun­de. Mei­ne Wahr­neh­mung ist, dass der Begriff für mehr als das, was er beinhal­tet, genutzt wird und dadurch Gefahr läuft, sich “abzu­nut­zen”. Mei­nem Emp­fin­den nach wird der Begriff in vie­len Fäl­len ver­wen­det, um dem aktu­el­len Zeit­geist zu fol­gen, d.h., nach außen die glei­chen Wer­te wie Ande­re zu ver­tre­ten, ohne die ver­tre­te­ne Hal­tung tat­säch­lich zu leben.

Wie ergeht es Ihnen? Wie beschrei­ben Sie “Wert­schät­zung”, was bedeu­tet sie Ihnen? Wie wich­tig ist es Ihnen, Wert­schät­zung zu erhal­ten oder zu geben? Viel­leicht ergeht es Ihnen so wie mir, dass ich (natür­lich) nicht andau­ernd dar­über nach­den­ke; und doch ver­su­che ich, mei­ne Idee der Wert­schät­zung täg­lich zu leben. Das gelingt mir nicht immer — Stich­wort: Stra­ßen­ver­kehr … — und im Büro machen es mir so der eine oder ande­re Kol­le­ge ein wenig schwer. Mei­ne per­sön­li­che Hal­tung rich­te ich danach aus, wie sie Carl Rogers in der “Per­so­nen­zen­trier­ten Gesprächs­füh­rung” beschrie­ben hat, und ich bin sicher noch nicht am Ziel. Wert­schät­zung beginnt bei den klei­nen und ein­fa­chen The­men im Leben, sei es das ehr­li­che freund­li­che Lächeln, ein net­ter Gruß, ‘mal die Tür auf­hal­ten. Deut­lich anspruchs­vol­ler wird es, in hit­zi­gen Debat­ten sach­lich zu blei­ben, viel­leicht nicht den ver­ba­len Angriff mit einem Gegen­an­griff zu beant­wor­ten. Denn je nach indi­vi­du­el­ler Erfah­rung kann es pas­sie­ren, dass Men­schen mit bestimm­ten Begrif­fen eine unan­ge­neh­me Situa­ti­on ver­bin­den, die nichts mit dem aktu­el­len Gespräch zu tun hat — und dann reagie­ren sie für Ande­re in die­sem Augen­blick voll­kom­men unver­ständ­lich. Es kann dem­nach sein, dass der “Angriff” nicht unmit­tel­bar mir, son­dern einer ima­gi­nä­ren Per­son gilt, die (zumin­dest kör­per­lich!) über­haupt nicht anwe­send ist. Men­schen ver­hal­ten sich auf Basis ihrer Kennt­nis­se und Erfah­run­gen, die sie für objek­tiv rich­tig hal­ten; und so kann es sein, dass ver­schie­de­ne, für die Betrof­fe­nen jeweils “rich­ti­gen” Grund­hal­tun­gen auf­ein­an­der­tref­fen. Mir selbst hel­fen die­se Erklä­run­gen dabei, mich auf mei­ne per­sön­li­che Ein­stel­lung zu besin­nen, wenn ich mich selbst wie­der ange­grif­fen füh­le; das gelingt mir, wie oben erwähnt, manch­mal erst im Nach­hin­ein, wenn ich dar­über reflek­tie­re. So weiß ich den­noch, es gibt also “Schlüs­sel­be­grif­fe”, die auch etwas in mir aus­lö­sen.

Nach Carl Rogers umfasst die Grund­hal­tung in der “Per­so­nen­zen­trier­ten Gesprächs­füh­rung” posi­ti­ve Wert­schät­zung, Empa­thie und Kon­gru­enz. Mit posi­ti­ver Wert­schät­zung ist bedin­gungs­freie Akzep­tanz, Ach­tung und Aner­ken­nung des Gesprächs­part­ners gemeint, also eine wohl­wol­len­de Hal­tung ohne Bewer­tung und Beur­tei­lung. Empa­thie bedeu­tet in die­sem Zusam­men­hang, Gefüh­le und Emp­fin­dun­gen des Ande­ren zu ver­ste­hen sowie Ver­stan­de­nes mög­lichst prä­zi­se und kon­kret zurück­zu­mel­den, auch hier natür­lich mit dem gebo­te­nen Respekt. Unter Kon­gru­enz wird die Über­ein­stim­mung von inne­rem (tat­säch­li­chen) Erle­ben, bewuss­tem Wahr­neh­men (mit allen Sin­nen) und der ehr­li­chen (wert­schät­zen­den) Rück­mel­dung von Bei­dem an den Gesprächs­part­ner ver­stan­den.

Wert­schät­zung bezeich­net dem­nach eine inne­re posi­ti­ve Hal­tung einem ande­ren Men­schen gegen­über. Die­se Hal­tung betrifft einen Men­schen als Gan­zes und ist unab­hän­gig von dem, was er tut oder leis­tet, auch wenn das die sub­jek­ti­ve Ein­schät­zung über die Per­son und damit die Wert­schät­zung mit beein­flusst. Der Wert des Men­schen mit sei­nen Eigen­schaf­ten an sich wird geschätzt und aner­kannt. Gegen­sei­ti­ge Aner­ken­nung gilt als not­wen­dig für jede Art von Zusam­men­le­ben, denn wird ein Mensch nicht aner­kannt, gerät er in Gefahr, zum Außen­sei­ter zu wer­den.

Die Fra­ge, “was erwar­tet wer von wem?”, ist dem­nach “falsch gestellt”, wenn dabei an eine akti­ve Hand­lung gedacht wird. Es soll weder jemand etwas Beson­de­res “tun” noch etwas Beson­de­res “erwar­ten”, denn es han­delt sich ja um eine inne­re Hal­tung. Ich erle­be dar­über hin-aus oft­mals, dass Wert­schät­zung unzu­tref­fend mit per­ma­nen­tem Lob gleich­ge­setzt wird. Weder sol­len Men­schen über Gebühr gelobt wer­den noch haben Men­schen das “Recht” auf ein stän­di­ges Lob — Bei­des nutzt sich dadurch ab und wird dann nicht mehr als posi­tiv oder als ehr­lich emp­fun­den.

Was ich selbst unter Wert­schät­zung ver­ste­he, möch­te ich an Hand fol­gen­der Bei­spie­le dar-stel­len.

Für das eine oder ande­re Unter­neh­men kann bei­spiels­wei­se eine Hal­tungs­än­de­rung för­der­lich sein, (Fremd­fir­men-) Mit­ar­bei­ter nicht nur als “(Mit­ar­bei­ter-) Äqui­va­lent”, “Kos­ten­fak­tor”, “Mate­ri­al” oder “Funk­ti­ons­trä­ger” zu betrach­ten, son­dern als Men­schen mit unter­schied­li­chen Gefüh­len, Bedürf­nis­sen, Kennt­nis­sen und Fähig­kei­ten! Unter­neh­men wer­den von Men­schen zum Erfolg gebracht, die alle ihren Bei­trag leis­ten; und es ist die Auf­ga­be der Füh­rungs­kräf­te, die Mit­ar­bei­ter zu Best­leis­tun­gen zu moti­vie­ren und ent­spre­chen­de Rah­men­be­din­gun­gen zu schaf­fen. Das funk­tio­niert mei­ner Über­zeu­gung nach nur durch wert­schät­zen­de Hal­tung und Ver­hal­tens­wei­sen.

Und zum Bei­spiel soll­te ein Kind geliebt und wert­ge­schätzt wer­den, ein­fach, weil es da ist. Elter­li­che Erwar­tun­gen in ein Kind hin­ein­zu­pro­ji­zie­ren, das sei­nen eige­nen Weg gehen will und muss, ist sicher nicht wert­schät­zend; da hilft auch kein noch so gro­ßes Lob, wenn der Wunsch der Eltern nicht dem Wunsch des Kin­des ent­spricht. Davon los­ge­löst ist natür­lich die Pflicht von Eltern, einen “roten Faden” als Leit­li­nie zu defi­nie­ren; die per­ma­nen­te Her­aus­for­de­rung liegt dar­in, die ange­mes­se­ne Gren­ze zwi­schen Frei­raum für die Ent­wick­lung, not­wen­di­ger Unter­stüt­zung und lie­be­voll steu­ern­der Hand zu fin­den. Und es beweist aus mei­ner Sicht Stär­ke, wenn ich als Eltern­teil Unter­stüt­zung anneh­me, die mir bei “Erzie­hungs­fra­gen” wei­ter­hilft; schließ­lich ist es ein­fa­cher, Eltern zu wer­den als zu sein, da es mei­nes Wis­sens nach in unse­rem Kul­tur­kreis kei­ne expli­zi­te “Aus­bil­dung” dafür gibt. Sowohl bei­de Eltern­tei­le als auch die Kin­der haben alle­samt unter­schied­li­che Cha­rak­te­re, die nicht mit einer Mus­ter­vor­la­ge über­ein­stim­men.

Und wie kann ich das umset­zen? Ich kann mir zum Bei­spiel vor­neh­men, mög­lichst gewalt­frei zu kom­mu­ni­zie­ren: Kei­ne offe­nen oder ver­deck­ten Angrif­fe (Belei­di­gun­gen, Unter­stel­lun­gen), den ande­ren Men­schen ernst neh­men, aktiv mit vol­ler Auf­merk­sam­keit zuhö­ren, Feh­ler tole­rie­ren und Ande­re ange­mes­sen mit ein­bin­den. Gren­zen zu set­zen bleibt erlaubt, mein Frei-raum ist genau­so groß wie der Frei­raum ande­rer Men­schen; Wert­schät­zung gilt auch mir selbst gegen­über! Wenn ich Füh­rungs­kraft oder Eltern­teil bin, dann kann ich mei­ne Führung/ Erzie­hung (Beglei­tung) eben­falls danach aus­rich­ten. Wenn ich in mir gefes­tigt bin, dann zei­ge ich dadurch Stär­ke und kei­ne “Schwä­che”, wie sie viel­leicht von man­chen ande­ren Men­schen so bewer­tet wird. Ich kann mir — ver­glei­che die Aus­füh­run­gen oben — bewusst sein, dass die Bewer­tung durch ande­re Men­schen vor dem Hin­ter­grund deren eige­ner Ein­stel­lung erfolgt.

Wor­in liegt also das Ziel von Wert­schät­zung, wel­chen Sinn hat sie? Mei­ner Mei­nung nach geht es um die Akzep­tanz, dass alle Men­schen gleich wich­tig und gleich­wer­tig sind, unab­hän­gig von ihrer Her­kunft, ihrem Bil­dungs­stand, ihrer Kul­tur oder sons­ti­gen indi­vi­du­el­len Eigen­schaf­ten und Zuge­hö­rig­kei­ten. Kein Mensch ist “bes­ser” als der ande­re, das Ver­hal­ten kann jedoch durch­aus unter­schied­lich bewer­tet wer­den. Ich kann einen Men­schen als Men­schen schät­zen, muss jedoch sei­ne Hand­lun­gen nicht akzep­tie­ren.

Ich wün­sche Ihnen viel Freu­de mit Ihrer wert­schät­zen­den Hal­tung!

 

Ich freue mich über Ihr Feed­back, gern per­sön­lich,

herz­lichst

 

Ihr Chris­ti­an Nour­ney

Kom­mu­ni­ka­ti­on — ganz ein­fach?

Man kann nicht nicht kom­mu­ni­zie­ren” ist eines der Axio­me von Paul Watz­la­wick. Wie bewe­gen sich Men­schen, wie reden/ spre­chen sie, wie ver­hal­ten sie sich mit oder ohne Kon­takt zu ande­ren Men­schen, wie reagie­ren sie auf kom­mu­ni­ka­ti­ve Ein­flüs­se der sie umge­ben­den Men­schen?

Die ers­te nahe­lie­gen­de Fra­ge ist: Was gibt es über Kom­mu­ni­ka­ti­on Neu­es zu erfah­ren, was noch nicht gesagt wor­den ist? Es gibt eine Rei­he nam­haf­ter Kom­mu­ni­ka­ti­ons­wis­sen­schaft­ler wie bei­spiels­wei­se Paul Watz­la­wick, Carl Rogers, Frie­de­mann Schulz von Thun, Samy Mol­cho oder Ste­ve de Sha­zer; sie alle haben weit­rei­chen­de Erkennt­nis­se gewon­nen und Erklä­run­gen für vie­le Fra­gen gelie­fert. Und tat­säch­lich ist es nicht mein Anspruch, mit die­sem Blog neue wis­sen­schaft­li­che Erkennt­nis­se zu lie­fern.

Mich fas­zi­niert jedoch schon seit vie­len Jah­ren, was Kom­mu­ni­ka­ti­on wirk­lich ist, was sie bedeu­tet und was ich damit bewir­ken kann. “Man kann nicht nicht kom­mu­ni­zie­ren” ist eines der Axio­me von Paul Watz­la­wick. Kom­mu­ni­ka­ti­on ist kein Selbst­zweck; die Natur hat es so vor­ge­se­hen, nicht erst bei Men­schen, weil wir “spre­chen” kön­nen, son­dern bereits zu Beginn der Evo­lu­ti­on bei Pflan­zen und bei Tie­ren — stets mit ande­ren Mit­teln. Von klein auf ler­nen wir, unter uns Men­schen auf viel­fäl­ti­ge Art zu kom­mu­ni­zie­ren, was unser sozia­les Ver­hal­ten prägt.

Immer wie­der aufs Neue bin ich im Rah­men von Aus- und Wei­ter­bil­dung mit Kom­mu­ni­ka­ti­on in pro­fes­sio­nel­ler Wei­se in Berüh­rung gekom­men. Metho­dik und Didak­tik sowie die Anwen­dung von Füh­rungs­tech­ni­ken und ‑metho­den waren ers­te wesent­li­che Schwer­punk­te. Spä­ter kamen dann unter­schied­li­che Semi­na­re bei­spiels­wei­se zu Prä­sen­ta­ti­on oder “Train the Trai­ner” hin­zu. Im Rah­men mei­ner Aus­bil­dung zum Sys­te­mi­schen Coach habe ich mich noch­mals — sozu­sa­gen von Grund auf — mit Kom­mu­ni­ka­ti­on, ihren bio­lo­gi­schen Grund­la­gen und ihrer Wir­kung aus­ein­an­der­ge­setzt. Und jedes Mal aufs Neue hat mich fas­zi­niert, wel­che pro­fes­sio­nel­len ana­ly­ti­schen Gedan­ken sich um ein ver­meint­lich eher “bana­les”, weil doch selbst­ver­ständ­li­ches The­ma gemacht und wel­che Erkennt­nis­se dar­aus abge­lei­tet wer­den.

Und dann habe ich mei­ne eige­ne pri­va­te und beruf­li­che Ent­wick­lung Revue pas­sie­ren las­sen. In wel­chen Situa­tio­nen hat die von mir bewusst oder unbe­wusst gewähl­te Kom­mu­ni­ka­ti­on Ein­fluss auf das dann Fol­gen­de gehabt? Nicht ganz über­ra­schend kann ich sagen: Ein­fach immer!

Ich habe schon immer gern mei­ne Umwelt und vor allem Men­schen in ihrem Ver­hal­ten ein­fach nur beob­ach­tet: Wie bewe­gen sich Men­schen, wie reden/ spre­chen sie, wie ver­hal­ten sie sich mit oder ohne Kon­takt zu ande­ren Men­schen, wie reagie­ren sie auf kom­mu­ni­ka­ti­ve Ein­flüs­se der sie umge­ben­den Men­schen? Wir­ken die­se Men­schen auf mich damit authen­tisch, oder scheint es mir, als spiel­ten sie ledig­lich eine “Rol­le”? Und wie ver­hal­te ich mich eigent­lich in die­sem Augen­blick, was kom­mu­ni­zie­re ich dadurch nach außen? Wie neh­men Ande­re mich wahr?

Nun, um das noch etwas zu ver­kom­pli­zie­ren, spie­len bei Kom­mu­ni­ka­ti­on noch Kul­tur und Spra­che eine Rol­le. Was bedeu­tet Kopf­schüt­teln, war­um kann Nase­put­zen unan­stän­dig sein, und wel­che Bedeu­tung kann ein Wort in einer ande­ren Spra­che haben, wenn ich die Ton­la­ge ver­än­de­re?

Ich wer­de zuneh­mend sen­si­bler und fra­ge mich, wohin die “Rei­se” der Men­schen geht. Wie kann ich ver­ste­hen, war­um es zu Gewalt als ein Teil der Kom­mu­ni­ka­ti­on mit ande­ren Mit­teln kommt? Wann schaf­fen wir Men­schen es, Kul­tur­un­ter­schie­de zu respek­tie­ren und gleich­zei­tig bes­ser zu ver­ste­hen? Mei­nen, Aus­drü­cken bzw. Wahr­neh­men, Inter­pre­tie­ren — alles das beein­flusst mei­ne Kom­mu­ni­ka­ti­on als Sen­der und als Emp­fän­ger.

Was also macht Kom­mu­ni­ka­ti­on aus? Für mich ist es ein fas­zi­nie­ren­des Feld, ich ler­ne trotz inten­si­ver Beschäf­ti­gung jeden Tag neu dazu. Jeder Mensch ist anders, und mich dar­auf ein­zu­stel­len erscheint zunächst “müh­sam”, denn es erfor­dert das Sich-Beschäf­ti­gen-Wol­len mit dem Men­schen. Doch Kom­mu­ni­ka­ti­on ist ein Mit­tel für das Gelin­gen im sozia­len Mit­ein­an­der.

Spra­che kann in Inhalt, Ausdrucksform/ Stil und Ton/ Modu­la­ti­on wun­der­schön oder absto­ßend sein. Sie kann Her­zen öff­nen oder ver­schlie­ßen, Men­schen wert­schät­zen oder ver­let­zen. Sie ist Aus­druck für Stim­mun­gen und Gefüh­le.

Obwohl wis­sen­schaft­lich nach­ge­wie­sen ist, dass Kom­mu­ni­ka­ti­on über Kör­per­spra­che noch weit mehr als das gespro­che­ne Wort aus­sagt, unter­schät­zen wir oft­mals deren Bedeu­tung. Wir reagie­ren oft­mals unbe­wusst auf eine Situa­ti­on und auf bestimm­te Men­schen, was sich in unse­rer Kör­per­hal­tung, Ges­tik und Mimik zeigt.

Wie kön­nen wir nun unse­re Kom­mu­ni­ka­ti­on reflek­tie­ren und mög­li­cher­wei­se ver­bes­sern? Acht­sam­keit und Wahr­neh­mung gehö­ren mei­nes Erach­tens nach zusam­men und ver­bin­den sich mit Bewusst­heit und Ver­hal­ten. Erst wenn ich mich acht­sam ver­hal­te, kann ich bewusst wahr­neh­men; und wenn ich bewusst wahr­neh­me, kann ich mich acht­sam ver­hal­ten. Ich kann mich mit den Mög­lich­kei­ten des akti­ven Zuhö­rens aus­ein­an­der­set­zen sowie mir mei­ne Einstellung/ Her­an­ge­hens­wei­se in Gesprä­chen, Dis­kus­sio­nen und Aus­ein­an­der­set­zun­gen vor Augen füh­ren. Blei­be ich stets posi­tiv wert­schät­zend oder nei­ge ich zur Bewer­tung und Inter­pre­ta­ti­on? Wann und wie reagie­re ich auf The­men, Stim­mun­gen oder Situa­tio­nen, und gibt mir das Hin­wei­se dar­auf, ob und ggf. wel­che mei­ner Gefüh­le und Bedürf­nis­se gera­de ver­letzt wer­den?

Kom­mu­ni­ka­ti­on ist ein mäch­ti­ges Werk­zeug und kann — wie jedes Werk­zeug — zu einer “Waf­fe” oder zur Mani­pu­la­ti­on miss­braucht wer­den. Wenn ich rhe­to­risch begabt bin und mich zudem in der ent­spre­chen­den (Macht-) Posi­ti­on befin­de, ist eine stän­di­ge Refle­xi­on mei­nes Erach­tens nach umso wich­ti­ger. Ich blei­be dadurch sen­si­bel.

Kom­mu­ni­ka­ti­on ist mehr als das Erler­nen der Mut­ter­spra­che. Wenn ich acht­sam bin, kann ich Kom­mu­ni­ka­ti­on immer bes­ser ver­ste­hen und ange­mes­sen anwen­den.

Fried­mann Schulz von Thun äußer­te sich in “Der Spie­gel — Son­der­heft Wis­sen”, Nr. 3/ Juli 2015: “Vie­le wol­len gute Kom­mu­ni­ka­ti­on in drei Tagen ler­nen. Ich sage dann: Ich habe 15 Jah­re gebraucht … Es ist wirk­lich auch ein Rei­fungs­pro­zess und funk­tio­niert nicht wie ein Com­pu­ter­kurs.”

Zum Nach­den­ken anre­gend fin­de ich zudem fol­gen­des Zitat eines mir unbe­kann­ten Autors: “The­re is no WiFi in the natu­re but the con­nec­tion is much bet­ter.” (In der Natur gibt es kein WiFi, doch die Ver­bin­dung ist deut­lich bes­ser.)

Also: Kom­mu­ni­ka­ti­on — ganz ein­fach?

 

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Ihr Chris­ti­an Nour­ney